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Apfelwein und Most

Alte Herren, die im Keller Most trinken

Äpfel und Birnen und ...

Auch wenn der Geschmack des Apfelweins für Neueinsteiger sicherlich gewöhnungsbedürftig ist, genießt das alkoholhaltige Getränk vor allem in Süddeutschland Kultstatus. An heißen Sommertagen gibt es kaum einen besseren Durstlöscher als eine leichte Mostschorle. Ob man den Most dabei mit Wasser oder Limonade verdünnt, ist reine Geschmackssache.

Zur Herstellung werden die Äpfel gereinigt und mit der Kernobstschneidemühle zerkleinert. Die Maische wird mit der Hydropresse gepresst. Der Saft wird in Mostfässer abgefüllt und mit dem Gärspund verschlossen. Nach drei bis vier Monaten hat die fruchteigene Hefe den Zucker im Saft in Alkohol umgewandelt und den Apfelsaft zu Apfelmost vergärt.

In den letzten Jahren erlebte der Most eine rasante Renaissance. Jahrelang nur noch in Großvaters Keller zu finden, kann man Most heute sogar wieder im Getränkemarkt in Flaschen kaufen. Aber eigentlich ist Most nur selbstgemacht das einzig Wahre.

Auf den Streuobstwiesen in Süddeutschland wachsen ideale Mostäpfel. Glücklich ist derjenige, der eben von seinem Großvater noch das alte Familienrezept überliefert bekommen hat. Vor allem in Schwaben werden meistens noch Birnen beigemischt. Das rundet den Geschmack ab.

Ohnehin nimmt der Birnenanteil beim Saft und Most nach Süden hin immer mehr zu: Im hessischen Äppelwoi sind im Regelfall gar keine Birnen enthalten. Im Schwäbischen Most sind ungefähr ein Drittel Birnen. In Österreich und der Schweiz gibt es sogar sortenreinen Birnenmost und eine Kultur, wie sie sonst nur beim Wein üblich ist.